FußballSempf zum Glubb

Versöhnlicher Hinrundenabschluss

#52 – 22.12.2025

Sonntag, 21.12.2025 – 1.FC Nürnberg – Hannover 96 . 2:1 (1:1)

Mit einem versöhnlichen 2:1-Sieg gegen Aufstiegsaspirant Hannover 96 hat sich der 1.FC Nürnberg am Sonntag in die Winterpause verabschiedet. Wie es am Ende zur ersten Auswärtsniederlage der Gäste in dieser Saison kommen konnte, wusste nach Abpfiff niemand so recht. Denn mit einem Ballbesitz von gerade mal 32 Prozent und einem xGoals-Wert von 0,91 gewinnt man normalerweise keine Spiele. Noch dazu, wenn darüber hinaus auch in fast jeder anderen Statistik hinter dem Gegner liegt.

Doch gerade diese Statistiken zeigen mal wieder, worauf es am Ende dann einfach ankommt. Denn in einer Statistik hatte an diesem Nachmittag der FCN die Nase vorne: In der Zweikampfstatistik. 58 Prozent der direkten Duelle ging an die Hausherren und zusammen mit einer fast schon brutalen Effizienz vor dem gegnerischen Tor sollte es am Ende dann doch reichen. Entscheidend seien zudem leichte Anpassungen im System zur Halbzeit gewesen. Dadurch habe das Team von Miroslav Klose besseren Zugriff auf Ball und Gegner bekommen, was nach hinten zu einer stabilen Deckung führte, die in Durchgang zwei nichts mehr anbrennen ließ.

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Dabei musste man sich in der ersten Halbzeit durchaus Sorgen auf Nürnberger Seite machen. Hannover 96 lieferte einen spielerisch bärenstarken Auftritt und von Anfang an schien es nur eine Frage der Zeit, wann der erste Treffer gelang. Einem erneut bärenstarken Julian Reichert war es zu verdanken, dass es seit der 18. Minute nur 1:0 für die Gäste stand. Weitere Treffer für Hannover 96 hätten in dieser Phase durchaus fallen können.

So aber bestrafte der Glubb die Hannoverschen Unzulänglichkeiten gnadenlos. Adriano Grimaldi verlängerte einen langen Ball nach vorne mit dem Kopf direkt in den Lauf von Rafael Lubach. Und der Youngster nimmt sich kurz vor dem Halbzeitpfiff einfach mal ein Herz, zieht ab und trifft. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Die Clubfans jubelten über einen Treffer, der buchstäblich aus dem Nichts kam.

Und auch die Umstellungen in der Halbzeit sollten schnell Früchte tragen. Mohamed Ali Zoma ließ auf der rechten Seite alle Abwehrbeine aus Hannover einfach stehen und ließ die eigene Frechheit siegen, indem er mit einem Lupfer über 96-Keeper Nahuel Noll in der 48. Minute den Führungstreffer erzielte.

Der ungläubige Jubel auf Clubseite ging also direkt nach dem Wechsel weiter – einhergehend mit der Bitte an die Mannschaft, jetzt bloß nicht das Fußballspielen einzustellen. Denn so, wie Hannover in der ersten Halbzeit aufgetreten war, konnte so ein knapper Vorsprung nicht halten.

Wie wir knappe 50 Minuten später wussten: Er hatte doch gehalten. Der Club hat ein Spiel nicht nur gedreht, sondern sogar gewonnen. Das war ihm zuletzt vor über einem Jahr im Oktober 2024 im Heimspiel gegen Münster gelungen. Und er hat ein Spiel gegen ein Top-5-Team gewonnen. Das gab es in dieser Saison bisher auch noch nicht.

Am Ende war der Sieg dann noch nicht einmal glücklich, denn die Gäste verloren nach dem zweiten Treffer völlig den Faden und kamen mit den Umstellungen im Nürnberger Abwehrverbund überhaupt nicht zurecht. Zwei harmlose Kopfbälle war alles, was den 96ern in der zweiten Halbzeit gelang. Alles andere hat der FCN souverän weg verteidigt.

Mit dem Sieg machte die Mannschaft von Miroslav Klose in der Tabelle einen ordentlichen Satz nach vorne. Vier Plätze ging es nach vorne, man überwintert mit 22 Punkten auf Platz acht der Tabelle – und damit tatsächlich noch in der oberen Tabellenhälfte und auf dem besten Platz, den man in dieser Saison bisher innehatte. Einer Vertragsverlängerung von Miroslav Klose steht so nun hoffentlich nichts mehr im Wege. Wobei man ja hoffen möchte, dass die Verantwortlichen diese Verlängerung am Ende nicht nur an diesem Spiel festmachen. Auch, wenn man zugeben muss, dass die Mannschaft trotz des Fehlens ihrer beiden Stützen Julian Justvan und Adam Markhiev eine reife Leistung abgeliefert hat.

Die Verantwortlichen wissen hoffentlich auch so, was sie an Miroslav Klose haben. Und was man – trotz des erst einmal gut aussehenden Platz acht – noch nicht hat. Denn 22 Punkte sind zwar nach der Hälfte aller Spiele mehr als der halbe Weg in Richtung 40-Punkte-Marke. Doch ist man eben mit diesen 22 Punkten im Grunde nur »Best of the rest«. Der Rückstand zu Platz sieben ist mit fünf Punkten nämlich genauso groß, wie der Vorsprung auf den Relegationsplatz zur dritten Liga.

Es heißt also wachsam zu bleiben: Zumal man ja noch bestens in Erinnerung hat, was in den ersten fünf Spielen der Hinrunde passiert ist…

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