Rohkost in Bochum

#58 – 23.02.2026
Freitag, 20.02.2026 – VfL Bochum – 1.FC Nürnberg . 1:1 (0:1)
Nach dem Fußballfest gegen den Karlsruher SC war nun wieder fußballerische Schwerstarbeit angesagt. Der 1. FC Nürnberg tat sich bisher schwer in der Fremde und konnte bis auf die Siege in Düsseldorf und Dresden bisher wenig Zählbares von seinen Auswärtsfahrten mitbringen. Mit gerade mal sieben Punkten zierte der Club vor dem Bochum das Tabellenende der Auswärtstabelle in Bundesliga 2.
Kein Wunder also, dass Miroslav Klose in der Woche vor dem Gastspiel verlautbaren ließe, dass man auf diesen 18. Platz nicht hingehöre und nun endlich auch auf Reisen der Bock umgestoßen werden müsse. Vier Auswärtspleiten am Stück seien definitiv genug.
Nun hatte man sich jedoch mit dem VfL Bochum nicht unbedingt den leichtesten Gegner ausgesucht, um die Wende zum Besseren einzuleiten. Warum die Ruhrpöttler in der Hinrunde noch gern gesehener Gast im Max-Morlock-Stadion, weil am sechsten Spieltag endlich der erste Saisonsieg gelang, hat sich das Team nach der Entlassung von Dieter Hecking unter Uwe Rösler zu einer Art »Ungeschlagen-König« der Liga entwickelt. Seit dem achten Spieltag lautet die Bilanz des VfL sechs Siege und sieben Unentschieden bei gerade mal einer Niederlage.
Zur Wahrheit der dieser Bilanz gehörte natürlich auch, dass sich die Bochumer zu wahren »Unentschieden-Monstern« entwickelt hatten – gerade in den letzten Partien seit der Winterpause. Einem Sieg standen hier vier Unentschieden gegenüber. Als Verlierer ging der VfL im Jahr 2026 noch nicht vom Platz.
Am Ende des Freitagspiels gegen den Club war es nun also noch ein Unentschieden mehr in der Bochumer Bilanz und auf FCN-Seite musste man sich mal wieder ärgern, dass es die Mannschaft von Miroslav Klose noch nicht schafft, über 90 Minuten konstant eine gute Leistung abzurufen. Wie so oft in den letzten Wochen startete man auch an der Castroper richtig stark, ließ die Gastgeber kaum zur Entfaltung kommen. Logische Konsequenz, den schließlich entpuppt sich der FCN seit letzter Woche ja auch vor dem Tor als effektiv: Die Führung kurz vor der Halbzeit.
Umso schöner war diese Führung, wurde sie doch durch unseren neuen italienischen Wunderstürmer Mohamed Ali Zoma erzielt. Der junge Mann traf damit nach acht Treffern im heimischen Max-Morlock-Stadion endlich auch zum ersten Mal auf auswärtigem Rasen.
Dass es am Ende nicht zu drei Punkten gereicht hat, war vor allem einer Bochumer Leistungssteigerung in Halbzeit zwei zuzuschreiben und eben der Tatsache, dass die junge Elf aus dem Frankenland nun viele Dinge geschehen ließ, bei denen sie in Durchgang eins noch selbst die Zügel in der Hand hatte. Zwar wuchs mit ansteigender Spieldauer auch das Gefühl, dass die Gastgeber an diesem Abend noch sehr lange spielen konnten, ohne das Tor zu treffen, doch einer der klarsten Handelfmeter, die man in den letzten Jahren gesehen hatte, spuckte dem Vorhaben Auswärtssieg schließlich entscheidend in die Suppe. Beim Handspiel von Luka Lochoshvili wusste man selbst als Clubfan nicht so recht, was man als Argumente gegen den Pfiff noch vorbringen sollte.
Unter dem Strich kann man die Sache natürlich auch positiv sehen: Immerhin nicht verloren. Und ich denke, dass man genau dies nun auch mitnehmen sollte – immer im Hinterkopf, dass man bei der kriselnden Hertha dann auch wirklich den Bock umstoßen will. Ein Sieg im Olympiastadion würde zur Motivationsspritze für die restliche Saison, während eine Niederlage nur zur Erkenntnis beitragen würde, dass die Saison im ewigen Wechsel zwischen Heimsieg und Auswärtsniederlage bereits dem Ende entgegentrudeln würde.

