Englische Kleinstadtidylle: Kendal

Auf dem Weg von Schottland zurück in den Süden Englands, bieten sich mehrere Stopps an, wenn man die Strecke bis zur Fähre nach Dover nicht an einem Stück fahren möchte. Erster Anlaufpunkt, wenn man Schottland im Westen verlässt, ist der Lake District. Der Nationalpark lockt mit atemberaubender Natur rund um Englands größten natürlichen See Windermere. Insgesamt gibt es in den Gebiet über tausend Seen der verschiedensten Größe. Auch die höchsten Berge Englands liegen allesamt im Lake District.
Die Kleinstadt Kendal wird oft als das »Tor zum Lake District« bezeichnet. Viele Touristen starten hier ihre Aktivitäten. Die 30.000-Einwohner-Stadt bietet dabei selbst zahlreiche attraktive Angebote, die einen Zwischenhalt lohnen. Museen, Kirchen, Galerien und eine Burgruine laden zu einem interessanten Stadtrundgang.


Diesen beginnt man am besten an der Burg. Oder besser gesagt: An der Burgruine. Die Mauern thronen weit über der Stadt und sind nur zu Fuß (oder für sehr sportliche Fahrradfahrer) zu erreichen. Vom Burghügel hat man dann entsprechend einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt, aber auch in aller Richtungen über die schöne Landschaft mit ihren grünen Wiesen und den vielen anderen Hügeln.
Von der Burg geht es dann runter in die Stadt in Richtung Abbot Hall. Das Kunstmuseum gilt als eines der führenden in ganz Großbritannien und zeigt Werke aller wichtigen Künstler aus dem Nordwesten Englands. Darunter auch viele wichtige Werke von George Romney. Direkt neben der Abbot Hall steht die Trinity Church. Sie ist die größte Kirche in der Grafschaft Cumbria und gilt als Schutzpatronin des Trinity Colleges in Cambridge.


Von hier aus geht es dann Kirkland und Highgate entlang ins Zentrum der Stadt. Doch Vorsicht und Augen offen halten: Auf halber Strecke geht es links zur Art Brewery. Wie der Name schon sagt, war hier früher eine Brauerei angesiedelt. Heute handelt es sich um das größte Kulturzentrum Kendals. In den Gebäuden finden sich eine Bar und Restaurant, aber auch mehrere Veranstaltungsräume, in denen es ein vielfältige Programm aus Live-Konzerten, Theater und Comedy gibt. Auch ein Kino gibt es in der Art Brewery.
Zur Stadtmitte wird Kendal immer geschäftiger. Die Stadt bietet dabei das Bild einer typischen englischen Kleinstadt. Viele kleine Geschäfte, in denen es von Kunsthandwerk bis zu kulinarischen Genüssen alles gibt. Auch Pubs sind selbstverständlich vertreten und wer hat Hunger hat, wird vom Bistro bis zum Restaurant auch definitiv etwas finden. Unbedingt besuchen sollte man in der Branthwaite Brow das »Famous 1657 Chocolate House«, indem sich alles um Schokolade in den verschiedensten Formen dreht.


Von der Finkle Street lohnt ein Blick in New Shambles. Die kleine Gasse hat ein paar Geschäfte, die zunächst durch ihre bunten Fassaden auffallen. Verschiedene Bekleidungsgeschäfte jenseits der großen Modeketten, aber auch »The Sweet Shop« laden zum Geldausgeben ein. Über den Marktplatz geht es dann zurück auf die Hauptverkehrsader, die hinter der städtischen Bibliothek dann endet.
Auch ich bin hier dann umgekehrt und habe mich wieder auf mein Fahrrad geschwungen. Auf dem Rückweg zum Campingplatz bin ich ein paar Umwege über Land geradelt. Gerade außerhalb von Kendal und zwischen den vielen kleinen Ortschaften zeigt sich die Grafschaft Cumbria von ihrer schönsten Seite. Immer wieder bleibt man stehen und sieht sich entweder das kleine, niedliche Dorf an oder lässt den Blick über die wunderschöne Landschaft schweifen.



























