
Man kann über Die Toten Hosen sagen, was man will, aber dass sie einen großen Anteil daran hatten, Punkrock mit deutschen Texten in Deutschland zu etablieren, kann man ihnen auf keinen Fall abstreiten. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ist aus der Düsseldorfer Opel-Gang eine seriöse Rockmusik-Kapelle geworden und die Wut und den Mittelfinger der ersten Jahre sucht man heutzutage mit Sicherheit vergeblich. Aber wir werden eben alle nicht jünger und die wenigsten, die vor 40 Jahren noch den knallbunten Iro getragen haben, laufen heute noch so rum.
Also Ball flach halten – und das sagen sich nun auch Die Toten Hosen. Mit großem Brimborium wurde das letzten Studioalbum angekündigt und marketingtechnisch wurde noch einmal aus allen Rohren geschossen. Es gab und gibt nichts, das es rund um das letzte Album der Hosen nicht gibt.
Und wenn die Hosen schon den Abschluss machen und sich in voller Lautstärke verabschieden, dann muss unbedingt auch mal zurück geblickt werden. Die 30 besten Songs der langen Bandgeschichte – man kann vortrefflich darüber streiten. Und richtig, wer bei meiner Playlist genau hinschaut, wird den ein oder anderen Klassiker der Hosen vermissen. Allen voran die Hymne aller Fußball- und Sportfans. Denn während Die Toten Hosen in ihrem Film, der die Aufnahmen des letzten Albums begleitet hat, darauf schwören, dass »Tage wie diese« auch musikalisch einer ihrer besten Songs ist, kann ich dem Mitgröhl-Schlager einfach mal überhaupt nichts abgewinnen. Finanziell mag das Lied für die Männer um Campino ein Volltreffer gewesen sein. Rein musikalisch hat es die Band ganz bestimmt nicht nach vorne gebracht.
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