Universitätsstadt Cambridge

Es gibt Städte auf dieser Welt, die haben nicht dieses eine markante Denkmal, diese eine große Sehenswürdigkeit wegen der die ganz Welt aus allen Himmelsrichtungen angereist kommt. Cambridge ist eine dieser Städte. Hier gibt es keinen Eifelturm, keinen Big Ben und auch keine Freiheitsstatue. Hier gibt es die Stadt als solche. Und diese Stadt beherbergt eine der bekanntesten und berühmtesten Universitäten der Welt. Wer in Cambridge studiert hat, dem öffnen sich Türen.


Entsprechend ist das Stadtbild von Cambridge, das etwa 80 Kilometer nordöstlich von London liegt, geprägt von der Universität und ihren einzelnen Colleges. Herrschaftliche Gebäude, die wie Kathedralen des Wissens wirken und in denen man es wahrscheinlich schon allein aus Ehrfurcht nicht wagen würde, unvorbereitet zu einer Prüfung zu kommen.
Für Besucher der Stadt ist es ein wenig schade, dass die meisten Colleges nicht frei zugängig sind und die Eintrittspreise geschossen hoch sind. Knapp 20 Euro kostet das Ticket, wenn man ein wenig über den Campus des Kings- oder des Trinity-Colleges schlendern möchte. Auch ein Weg, sich bei knappen Kassen eine teure Bildungspolitik leisten zu können. Und wahrscheinlich hat das Ganze auch durchaus noch einen praktischen, sprich: abschreckenden. Grund. Bei den Menschenmassen, die hier durch den historischen Stadtkern von Cambridge ziehen, möchte man sich nicht vorstellen, wie es in den Colleges aussähe, wenn tagtäglich unzählige Schulklassen mit haufenweise gelangweilten Schülerinnen und Schüler über den Campus streunen würden. Mit der Ruhe fürs Lernen und/oder Forschen wäre dann wahrscheinlich Ebbe.


Außerdem bietet Cambridge ausreichend Alternativen. Neben Uni-Stadt ist hier nämlich auch Einkaufsstadt angesagt. Es gibt entsprechende Malls und dazu jede Menge kleiner Geschäfte, die alles nur erdenkliche anbieten. Die erstaunlich vielen Buch- und Musikläden sind wahrscheinlich dem studentischen Klientel der Stadt geschuldet. Auch fällt auf, dass in Cambridge sehr viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Auch so ein typisches Merkmal einer Stadt voller Studierender.
Ansonsten muss man sich, wenn man Cambridge besucht, vor allem auf eins einstellen: Auf wahre Touristenströme. Meist so weit organisiert, dass ein Stadtführer oder eine Stadtführerin vor geht und meist sind es Menschen aus Fernost, die folgen – und dabei gerne vergessen, dass sie nicht allein auf der Welt sind. Da werden Fotomotive blockiert, ganze Geschäfte belagert und Autofahrer, die in den engen Gassen ihre Waren ausliefern möchten, werden geflissentlich völlig ignoriert. Leider kein schönes Bild, das so manche Touristengruppe da liefert.
Fernab der touristischen Trampelpfade geht es dafür und wem es im historischen Zentrum zu voll ist, dem sei der südliche Bereich des Stadtzentrum rund um die Regent Street und das Downing College empfohlen. Hier sieht es aus wie in einer typischen englischen Großstadt mit allerlei Geschäften, Restaurants und Pubs.

















