Ein Sonntag am Steinhuder Meer

Erster Stopp auf meiner Sommertour 2026 war an diesem Wochenende das Steinhuder Meer. Auf den Bildern unschwer zu erkennen: Es ist nicht wirklich das Meer. Es ist ein großer See. Genauer genommen der größte See Nordwestdeutschlands. Die Bezeichnung Meer kommt aus dem Niederdeutschen und heißt in diesem Zusammenhang so viel wie Binnensee.
Ich mache Halt in Steinhude. Die Ortschaft direkt am Ufer des Steinhuder Meers gehört heute zur Stadt Wunstorf. Früher war Steinhude ein Fischerdorf. Heute ist es komplett touristisch erschlossen und lebt von den unzähligen Besuchern, die jedes Jahr ihren Urlaub am Binnenmeer verbringen. Entsprechend kann man sagen, dass Steinhude sich nicht wesentlich von anderen Urlaubsorten am Wasser unterscheidet. Es gibt Uferpromenaden zum Flanieren, Seebrücken, die üblichen Geschäfte, die von Kleidung bis Krimskrams alles anbieten und selbstverständlich unzählige gastronomische Angebote.


Während Steinhude auf der südlichen Seite des Sees liegt, findet man am nördlichen Ufer Mardorf. Doch während in Steinhude die Häuser des Dorfes bis an die Promenade heranreichen, liegt Mardorf etwas weiter vom Ufer weg. Dafür sind hier die Badestrände sehr viel ausgeprägter. Vom Surfstrand bis zum Hundestrand gibt es hier die unterschiedlichsten Abschnitte. Auch einen riesigen Campingplatz findet man in Mardorf direkt am Ufer. Wer mit dem Wohnmobil anreist kann auch den großen Wohnmobilstellplatz in Steinhude nutzen. Dieser ist mitunter jedoch auch sehr voll und eine Reservierung ist hier nicht möglich. Man braucht an sonnigen Sommerwochenende also durchaus auch Glück, um noch einen Platz zu finden. In Mardorf ist es entspannter, weil Reservierungen möglich sind. Und wer einen Wohnwagen an seinem Auto hat, wird so oder so nach Mardorf fahren müssen, da Wohnwagen auf dem Stellplatz in Steinhude nicht erlaubt sind.
An meinem Sonntag in Steinhude habe ich mir das Fahrrad geschnappt und bis um den See geradelt. Dies ist problemlos möglich. Der Weg ist bestens ausgeschildert und es gibt keinerlei Steigungen. Je nachdem, ob man sich für die große oder die kleine Runde entscheidet, sind es rund um das Steinhuder Meer zwischen 32 und knapp vierzig Kilometer. An der Strecke gibt es jedoch ausreichend Kioske und Buden, um sich zu stärken.


Während man im Norden und im Süden die beiden Ortschaften am Ufer hat, fährt man im Westen und Osten durch Naturschutzgebiete. Während im Osten ein ehemaliges Moor liegt, das sich inzwischen zu einer Heidelandschaft mit viel Wald gewandelt hat, findet man im Westen die Meerbruchwiesen. Hier durchziehen kleine Bäche und Seen die Wiesen und bieten vielen unterschiedlichen Wasservögeln ein wahres Paradies. Wer gerne Vögel beobachtet kann dies auf speziell eingerichteten Beobachtungsplattformen tun.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Steinhuder Meer ideal für Leute ist, die gerne am Wasser Urlaub machen, sich aber nur ungern in salziges Meerwasser begeben. Hier kann man Wassersport treiben, am Ufer flanieren, im Wasser plantschen – alles eine Nummer kleiner als am echten Meer, doch bei weitem noch mehr als ausreichend für die, die es eben nicht so mit dem echten Meer haben.


















