
Wer hier regelmäßig vorbeischaut, dem wird mitunter bereits die neue Rubrik unten rechts auf der Seite aufgefallen sein. »Revolver – Lagebericht« heißt es dort und es folgt ein Kommentar zur aktuellen Weltlage. Nicht zur gesamten Lage, aber doch zumindest zu einem Teil dieser. Zu einem Teil, der mich entweder besonders freut oder eben besonders ärgert. Es gibt sie einfach – diese Themen, bei denen ich den Mund nicht halten kann. Meist sind das Themen, zu denen an den Mund auch nicht halten sollte. »Du hast dein Maul nicht nur zum Fressen. Sei eine Stimme und kein Echo«, heißt es im Rabatzke-Song »Mittel zum Zweck« dazu.
Meinung muss gesagt werden und es muss erlaubt sein, sie sagen zu dürfen. Meinung muss auch ertragen werden, wenn sie nicht der eigenen entspricht. Manchmal tut das weh wie eine Revolverkugel im Kopf. Doch das müssen wir aushalten. Es ist Grundlage der Demokratie und einer freien und offenen Gesellschaft.
Beim »Revolver – Lagebericht« schreibe und äußere ich mich immer dann, wenn es mir notwendig scheint. Wenn irgendein Großkopferter mal wieder am Volk vorbeiregiert oder die rechten Dumpfbacken das Schlagwort der »Diktatur« wieder auspacken und schreiend behaupten, man dürfe so viele Dinge ja inzwischen gar nicht mehr sagen. Ich beweise denen dann gerne das Gegenteil.
Abheben vom »Revolver – Lagebericht« wird sich das Magazin »Revolver«. Denn in der Printausgabe geht es um starke Worte und starke Bilder. Es geht aber nicht immer um Meinung. Im Gegenteil: Es kann und darf auch gerne literarisch werden und vor allem persönlich. Und es geht in gewisser Weise immer um das, an dem unsere heutige Weltgemeinschaft so sehr krankt. Es geht um Kommunikation und deren scheitern. »Blatt für gescheiterte Kommunikation und Fotografie« heißt es im Untertitel. Ganz klar verbunden ist damit, dass am Ende dann wenigstens die Bilder helfen, wenn schon die Worte es nicht tun.
Die Nummer eins von »Revolver« wird im September erscheinen und sich um »Englands Mitte« kümmern. Dort war ich unterwegs nur wenige Wochen nach Maries Tod. In tiefster Trauer und am Boden zerstört also, auf der Suche nach einem Strohhalm, der mich weitermachen ließ. Mein innerer Seelenzustand glich den heruntergekommenen Gassen verkommener Industriestädte, die ihre besten Zeiten längst hinter sich haben. Trost finden diese Städte seit jeher in der Musik, bringen immer wieder Bands und Musiker hervor, die am Ende auf der ganzen Welt erfolgreich sind. Die Frage war, ob die Musik auch für mich zum Trost werden konnte.
Erscheinen wird »Revolver« in unregelmäßigen Abständen immer dann, wenn neue Schritte gegangen sind. Nummer eins ist nun fertig und im Spätsommer dann in jeder guten Buchhandlung erhältlich. Nummer zwei ist bereits in Arbeit und wird uns nach Norwegen und Schweden in den Norden unseres Kontinents führen.






