Die Stadt mit dem berühmten Tor: Mdina

Für meinen Trip auf die Insel habe ich mir auch einen kleinen Flitzer besorgt – vor allem, weil sich eigentlich noch Besuch angekündigt hatte, der nun nicht gekommen ist. Doch unabhängig davon zeigte sich im Grunde schon bei der Ankunft vorgestern, dass ein eigenes Auto auf der Insel keine so gute Idee ist. Nicht etwa, weil Autofahren in den engen Gassen der dichtbebauten Insel ein Problem ist. Auch nicht, weil man sich natürlich erst wieder an den Verkehr auf der anderen Straßenseite gewöhnen muss. Nein, es ist auf Malta schlichtweg nicht nötig, ein eigenes Auto zu haben. Das Busnetz auf der Insel ist derart engmaschig und günstig, dass man ohne Übertreibung zu jeder Uhrzeit zu jedem noch so abgelegenen Ort der Insel kommt. Und für die Touristen-Hochburgen direkt am Meer gilt dies natürlich noch gleich drei Mal.
Also habe ich das Auto auch heute wieder stehen lassen und bin mit dem Bus ins Inselinnere. Man sieht einfach viel mehr, wenn man einfach aus dem Busfenster schauen kann, statt gleichzeitig noch auf den Verkehr achten zu müssen.


Von Sliema ist es eine Busfahrt von etwas mehr als einer Stunde nach Mdina mitten im Zentrum der Insel. Einst eine der früheren Hauptstädte Maltas ist Mdina heutzutage im Grunde nur noch ein Dorf. Ganze 244 Menschen haben hier noch ihren festen Wohnsitz. Dafür schlängeln sich jedes Jahr tausende und abertausende Touristen durch die engen Gassen, in denen an einigen Ecken wirklich das Gefühl aufkommt, hier sei vor tausend Jahren die Zeit stehen geblieben. Vor allem die Pjazza Mesquita im Dorfinneren würde ohne große Umbauten in jedem Film auch dem Anspruch früherer Epochen standhalten. Ein paar moderne Reklametafeln abgedeckt – et voila. Denn Autos dürfen bis hierher nicht vorfahren und die Gebäude stehen seit mindestens 500 Jahren unverändert rund um den Platz.
Entdeckt haben dies übrigens auch die Produzenten der Hollywood-Serie »Game Of Thrones«. Der Platz ist in der Serie gleich mehrfach zu sehen und wer sich an das Tor zur Serienhauptstadt Königsmund erinnert, wird beim Stadttor von Mdina sein großes Aha-Erlebnis haben. Der Trip zu der kleinen Stadt, die auf einem Hochplateau liegt, lohnt auf jeden Fall. Vor allem jetzt zwischen Weihnachten und Silvester halten sich die Touristenströme noch einigermaßen in Grenzen. Zudem gilt wie immer: Einfach mal links oder rechts abbiegen, runter von den ausgetretenen Hauptwegen und schon wird man mitunter mit Stille und Menschenleere belohnt.



















