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Rüber nach Gozo

Heute bin ich etwas früher aufgestanden, denn wenn man auf Malta ist, muss man natürlich auch auf die Nachbarinsel Gozo. Sie ist die zweitgrößte der insgesamt 21 zu Malta gehörenden Inseln und wird gerne als die grüne Insel bezeichnet. Das liegt daran, dass Gozo vor allem im Frühjahr sehr viel grüner wirkt als die Hauptinsel. Hier kann sich die Vegetation schon allein deshalb besser zeigen, weil Gozo sehr viel weniger eng besiedelt ist als die Hauptinsel. Auch hat sich über die Jahrhunderte mehr fruchtbare Erde auf dem Kalksandstein Gozos abgelagert, was die Vegetation besser wachsen lässt. Zudem gibt es auf Gozo größere unterirdische Süßwasservorkommen, die inzwischen angezapft werden und zur Bewässerung der Pflanzen genutzt wird.

Auf Gozo leben etwa 30.000 Menschen, knapp 7.000 davon in der Inselhauptstadt Victoria. Kommt man in Gozo mit dem Boot an, dann meist in Mgarr an der Südseite der Insel. Sowohl die Autofähren von der Hauptinsel als auch Touristen-Schnellboote, die in 45 Minuten von Valetta nach Gozo rasen, legen in dem kleinen Küstenort an.

Von dort nimmt man sich am besten den Bus nach Victoria. Ich habe zwar versucht, zumindest einen Teil der Strecke zu Fuß zu bewältigen, doch die rund sechs Kilometer ins Inselinnere ziehen sich spätestens, nachdem man das Dorf Ghajnsielem hinter sich gelassen hat. Die schroffe Natur der Insel bietet zu wenig Abwechselung und Spektakuläres, um den Weg interessant wirken zu lassen. Also habe ich auf halber Strecke dann den Bus genommen und war insofern froh, weil es in Victoria selbst noch ausreichend Strecke abzulaufen gibt.

Ausgestiegen bin ich am Markt in Victoria und dann die Triq Taht Putirjal runter und links in die Trig ir Repubblika anbgebogen. Von dort bin ich bis zur Pjazza I-Indipendenza und hier hat man nun die Qual der Wahl. Links runter geht es in die Altstadt Victorias, rechts hoch zur Zitadelle.

Ich habe mich zunächst für die Zitadelle entschieden und die Entscheidung nicht bereut. Schon der Eingang lässt einen erst einmal staunend anhalten und über den Platz mit der großen Treppe hoch zur Kathedrale schauen. Die Anlage wurde im 13. Jahrhundert das erste Mal erwähnt und bietet an vielen Stellen einen atemberaubenden Blick über die Insel und die Zitadelle selbst. Es gibt drei Museen innerhalb der Anlage und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Nachdem ich bestimmt zwei Stunden durch die Zitadelle geschlendert bin, ging es zurück zum Unabhängigkeitsplatz und von dort weiter in die Altstadt von Victoria. Durch enge Gassen geht es zunächst zur Pjazza San Gorg. Der Platz wird beherrscht von den vielen Cafés und der San Gorg Basilika.
Neben der barocken Kirche mit ihren markanten Deckenmalereien geht es entweder links oder rechts ins Herz der Altstadt. Hier beginnen die engen, verwinkelten Gassen, die man am besten zu Fuß abläuft. In dem Labyrinth alter Häuser lohnt ein Blick hinter jede Ecke und in jeden frei zugänglichen Hinter- oder Innenhof. Da die Altstadt in ihrer Größe recht übersichtlich ist, kann man die Gassen in etwas mehr als einer Stunde gut ablaufen. Zurück ging es aus Victoria dann wieder mit dem Bus in Richtung Hafen und von dort auf die Hauptinsel. Morgen wird es dann noch einmal Frühstück am Meer geben, ehe dann am frühen Nachmittag der Rückflug nach Berlin ansteht.

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