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Coburg und seine Festung

Ganz im Norden Oberfrankens, schon fast an der Grenze zu Thüringen, liegt Coburg. Die Kleinstadt ist vielen Menschen vor allem im Zusammenhang mit einer der größten deutschen Versicherungen ein Begriff und in der Tat ist diese Versicherung einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Doch Coburg besticht auch mit einer schönen, gut erhaltenen Altstadt, die zum Bummeln und – wie in Franken üblich – Schlemmen einlädt. Berühmt ist vor allem die Coburger Bratwurst, die nicht nur durch ihre Länge von 30 bis 32 Zentimeter auffällt, sondern auch durch ihr besonderes Rezept. So enthält die Wurst keinerlei Majoran, dafür bis zu fünf Prozent Ei. Auch auf die Zubereitung muss geachtet werden, um von einer echten Coburger Bratwurst zu sprechen. Sie darf nämlich nicht über Holz oder Holzkohle gegrillt werden, sondern über dem Feuer gut getrockneter Tannenzapfen, genannt „Kühle“. Dies hat dann je nach Standpunkt den Vor- oder Nachteil, dass die Verkaufsstände für die Wurst schon von weitem gut zu finden sind. Man muss sich einfach immer nur in Richtung der schwarzen Rauchwolke bewegen und dem starken Geruch folgen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Schon lange bevor man den Coburger Marktplatz betritt, verrät die besondere Note in der Coburger Luft, dass es hier gleich mehrere Verkaufsstände gibt, an denen man sich mit der langen Bratwurst stärken kann. Zur Ehren der Bratwurst gibt es in Coburg übrigens Fußgängerampeln, bei denen das grüne Ampelmännchen eine dieser langen Bratwürste in der Hand hält.

Gut gestärkt lässt sich dann natürlich auch der Weg nach oben zur Veste Coburg besser in Angriff nehmen. Die zu einer Festung ausgebaute, mittelalterliche Burg liegt etwa 160 Meter über dem Stadtzentrum Coburgs und zählt zu den größten Anlagen in ganz Deutschland.

Die Veste Coburg konnte in ihrer Geschichte nie kämpfend erobert werden und erfüllte somit stets ihren Zweck. Einzig ein gefälschter Brief führte im Dreißigjährigen Krieg zur Auf- und Übergabe der Burg. General von Lamboy zog im März 1635 nach fünfmonatiger Belagerung mit seinen Truppen in die Burg ein. In dem gefälschten Brief befahl Herzog Johann Ernst vermeintlich die Übergabe.

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Bei einem Besuch der Veste Coburg sollte man sich vor allem die Bäume im Eingangsbereich mal genauer ansehen. Dort steht ein mittlerweile recht stattlicher Mammutbaum, dessen Stamm auf ein Meter Höhe bereits einen Umfang von knapp 6,50 Meter hat. Mit seiner Höhe von knapp 35 Metern ist das seltene Exemplar inzwischen schon von weitem zu sehen. Man geht heute davon aus, dass der Baum etwa im Jahr 1860 gepflanzt worden ist.

Weitere sehenswerte Bauwerke in Coburg sind das Schloss Ehrenburg, das Rathaus und das Stadthaus. Dazu kommen unzählige Kirchen, die denkmalgeschützte Hahnmühle aus dem Jahr 1323 und weitere Schlösser, die sich jedoch vor allem über die eingemeindeten Vororte Coburgs verteilen. Zudem laden unzählige Parks zum Spazieren ein.

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