AktuellDer letzte AbendLiteratur

Der letzte Abend verschoben

Irgendwann im Sommer war es so weit. Ich hätte Vollzug melden können, denn die traurigste Geschichte der Welt war fertig. Alle Worte geschrieben und im April ja bereits angekündigt für den Herbst.

Dieser Herbst steht nun im Grunde unmittelbar bevor, doch mit dem Buch wird es erst einmal nichts. Die Novelle muss warten. Und die angekündigte Zettkowski-Platte auch. Das Leben spielt verrückt und die Zeit rennt. Zwischen all den Projekten bleibt kaum Zeit und so ein Schritt der Veröffentlichung muss und sollte ja auch stets gut überlegt sein.

Genau hier sind wir dann aber an dem Punkt, an dem es noch weh tut. »Der letzte Abend« wurde als traurigste Geschichte der Welt angekündigt und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Sie ist es wirklich. Zumindest für mich. Es ist eine sehr persönliche Geschichte. Eine Geschichte, die Vieles an den Tag bringt, das bisher so vielleicht noch nicht bekannt war. Und lässt man dies dann erst einmal sacken, kommen die Zweifel. Während man schreibt, ist man im Flow. Man lässt die Geschichte fließen, auch die Tränen. Der Kopf setzt erst wieder ein, wenn sie erzählt ist, wenn die Trauer ihren Weg auf das Papier gefunden hat.

Ich habe in den letzten Wochen, während ich in Osteuropa unterwegs war und die Seele habe baumeln lassen, gemerkt, dass ich noch nicht so weit bin. »Der letzte Abend« soll ein Loslassen werden, eine traurige Geschichte zwar, doch für mich auch ein Blick nach vorne. Und genau dies bekomme ich noch nicht hin. So sehr ich es mir wünsche: Ich bin noch nicht bereit, loszulassen. Dich, Marie und damit auch Deine Geschichte.

Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner