Ganz im Westen: Aachen

Was soll nach einer Stadt wie Frankfurt schon passieren? Noch dazu, wenn man liebe Menschen kennt, die in wärmsten Worten von der Stadt erzählen, in der sie aufgewachsen sind?
Aachen hatte also im Grunde schon gewonnen, ehe ich das erste Mal die Ortsschilder… halt, Moment… ist ja gar nicht das erste Mal. Und natürlich hatte das erste Mal mit Fußball zu tun. 2009 war das, Mitte Februar. Der Club war aus der Bundesliga abgestiegen und wollte eigentlich wieder hoch, kam in der Kaiserstadt dann aber mit 6:2 unter die Räder. Ein gewisser Lewis Holtby hatte den Tag seines damals noch jungen Lebens und bildete mit Benjamin Auer ein Sturmduo gegen das der FCN damals nicht ankam. Kaum zu glauben, dass Michael Oenning am Ende der Saison mit seinen Jungs doch noch aufgestiegen ist, während Aachen sich mit Platz vier begnügen musste.
Über 17 Jahre her und schon fast vergessen – zumal ich damals von Aachen außer dem berühmten Tivoli-Stadion im Grunde nichts gesehen habe. Reichte mir damals aber auch. Nach einem 2:6 hat man die Schnauze erst einmal voll.


Umso überraschender der Empfang dieses Mal. Viel früher als erwartet und bei strahlendem Sonnenschein parkte ich mein Wohnmobil auf den Stellplatz im Branderhofer Weg und dachte so: Na, dann mal los in die nahe Innenstadt. Denn nah ist hier im Vergleich zu Berlin natürlich alles. Und die Fahrradwege sind größtenteils auch gut ausgebaut. Also los.
Der Drahtesel wurde gegenüber des Kaiserbrunnens angekettet und von dort ging es zu Fuß weiter. Und an einem solch sonnigen Nachmittag nach tagelangem Schlechtwetter fallen natürlich wieder die vielen Manschen auf. Die sitzen nicht nur im Eiscafé Elisenbrunnen, sondern auch im Elisengarten selbst. Überall auf der Wiese, auf den Bänken, überall, wo Platz ist.


Durch die Sonnenhungrigen ging es hoch in Richtung Dom. Hier beginnt die Altstadt. Schöne Häuser, enge Gasse und mittendrin dieser beeindruckende Kaiserdom, der wie ein Sammelsurium mehrerer Kirchen wirkt. Und der zwar von außen schon hoch interessant aussieht, von innen aber noch viel beeindruckender wirkt. Also: Unbedingt rein da. Der Eingang ist quer über den Domhof. Mütze ab (gehört sich so!) und wenn du fotografieren willst, schmeißt Du gefälligst einen Euro in die Spendenbox am Eingang. Im Gegensatz zu manch anderem Dom in unserer Republik kostet der Aachener Dom nämlich keinen Eintritt und finanziert die eigene Erhaltung allein durch Spenden. Und dass der Dom erhaltenswert ist, sieht man dann spätestens, wenn man innen die bemerkenswerten Details an den Wänden und den Decken sieht. An dieser Stelle könnte nun ein wenig Wikipedia-Wissen stehen, doch ich begnüge mich mit dem [Link zur Wikipedia-Seite].


Vom Dom sind es nur ein wenige Meter zum Hauptmarkt und zum Rathaus. Ja, würde Alemannia Aachen irgendwann mal Deutscher Fußballmeister…. Ach, lassen wir das. Von dort muss man links am Rathaus vorbei, runter in Richtung Hühnermarkt und dann weiter durch die Rommelsgasse. Dort auf dem Hof und direkt vor dem Römischen Pontikus ist dann der ultimative Place-To-Stay erreicht. Hier muss man Pause machen, sich in den Cafés rundum etwas gönnen und mal durchschnaufen.
Am Puppenbrunnen vorbei ist man dann nämlich recht schnell wieder am Dom, sollte vorher aber noch Richtung Katschhof abbiegen. Dort öffnet sich ein Platz, von dem man das Rathaus quasi von hinten betrachten kann und wo sich mangels Cafés und Kneipen trotzdem vor allem die jungen Leute aufhalten, weil sie hier mit ihren mitgebrachten Speisen und Getränken einfach sitzen können und Sonne und aufkommende Wärme genießen können.















