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Tana French – Der Sucher

Da ist der Polizist aus Chicago, Drogenfahnder, der in seinem Leben alles Elend der Welt gesehen hat. Und der seine Zelte in Amerika abbricht. Die erwachsene Tochter, die Ex-Frau hinter sich lässt, um in Irland ganz weit draußen auf dem Land ein verlassenes und heruntergekommenes Cottage zu kaufen. Fernab will er wieder zu sich kommen, der Aussteiger, wie er im Buche steht. Doch während die Dorfgemeinschaft noch vorsichtig ihre Kreise um den neuen Bewohner macht, sucht ein 15-jähriges Kind den Kontakt. Der Polizist kann bestimmt helfen, denn das Kind vermisst seinen großen Bruder. Der hat sich eigentlich nimmer um alles gekümmert. Vor allem um die jüngeren Geschwister – seit der Vater einfach abgehauen ist und die Mutter hoffnungslos überfordert. Doch von einem auf den anderen Tag war der Bruder plötzlich weg und wenn ihn jemand finden kann, dann doch wohl ein ehemaliger Polizist… Tana French hat mal wieder einen Krimi geschrieben, ohne einen Krimi zu schreiben. Die irische Erfolgsautorin interessiert sich nicht für plötzliche Wendungen, für künstlich hervorgerufene Twists oder künstlich aufgebaute Spannung. Tara French interessiert sich für die Personen, die Menschen in ihrem Buch. Sie lässt den Leder ins Innere blicken und braucht somit keine großen Erklärungen. Die Geschichte läuft, weil sie eine Geschichte der Menschen ist, die an ihr beteiligt sind. Und so klärt sich auch das Schicksal des Bruders – ohne, dass French auf die üblichen Klischees zurückgreifen muss, bei denen das Gute am Ende immer gewinnt.

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