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Ungeplant in Frankfurt

Eher zufällig bin ich an diesem Nachmittag in Frankfurt gelandet – und bin auch nicht zum ersten Mal hier. Doch jedes Mal schwöre ich mir: Das ist nun aber auch wirklich das letzte Mal. Hier gibt es im Grunde nichts, was man zwei Mal gesehen haben muss.

Und damit meine ich natürlich nicht nur das Elend rund um den Bahnhof. Solch geballte Armut – selbst in Berlin muss man suchen, um sie in derart geballter Form zu finden. Das Schlimme daran: Der Eindruck wächst, dass es mit jedem Jahr schlimmer wird. In Berlin fährt man inzwischen keine U-Bahnstation mehr, ohne dass jemand um Geld bittet. In Frankfurt sind die Menschen rund um den Bahnhof darüber längst hinweg. Hier wird vor Hauseingängen offen gefixt. Eine Schande, dass ein reiches Land wie Deutschland sich solche Ecken leistet und die Politik keine Lösung findet, diese Menschen von der Straße zu holen. Nun, Herr Merz, wo kein Wille, dort auch kein Weg, nicht wahr?!

Doch genug der Politisierung. Frankfurt ist auch sonst nicht schön. Es gibt da diese unmotiviert platzierten Hochhäuser, die im Grunde nur Schwanzvergleich des Bankenwesens sind. Es gibt die Fußgängerzone rund um die Hauptwache. Austauschbar mit jeder anderen Stadt Deutschlands und Europas. Dem Konsum verfallen, den jungen Menschen, die noch immer glauben, dass teure Sneakers und lange Gel-Fingernägel echte Liebe und wahre Werte ersetzen können.

Ach ja, den Römer gibt es auch noch. Ein kleines Stück Altstadt anschließend. Doch, ehrlich, Frankfurt – was soll das? Als ich das letzte Mal hier war, war ich noch verheiratet, schlenderte Arm in Arm mit meiner frisch vermählten Frau durch die drei Gassen, die sich Altstadt schimpfen und war enttäuscht, dass der letzte Flair durch Baustellen und Bauzäune flöten gegangen war. Und nun? Über zehn Jahre später lauf ich durch dieselben Gassen und die Bauzäune und Baustellen sind noch immer da….

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Bliebe am Ende dann noch Sachsenhausen. Partymeile, Ballermann am Main. Aber nein, danke. Nicht irgendwann am Nachmittag. Bin viel zu nüchtern, um die Bummsmusik, die da aus jedem Schuppen tönt, ertragen zu können. Nicht, dass ich nicht Bock hätte zu feiern – ihr kennt mich. Aber in Sachsenhausen muss das nun wirklich nicht sein. Sollen sich die unzähligen Touristen amüsieren. Ich mache lieber mein Ding und verlasse Frankfurt in Richtung echter Party!

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