
Es gibt mitunter Bücher, da hole ich in Sachen Buchtipp gerne mal etwas weiter aus. »Melody« von Martin Suter ist so ein Buch. Denn »Melody« von Martin Suter ist ein großartiges Buch. Eines, das man gar nicht mehr aus den Händen legen will, so lange man noch nicht erfahren hat, was denn mit Melody nun eigentlich geschehen ist.
Die Namensgeberin des Romans ist eine junge Frau und als der gerade von der Uni gekommene Jurist Tom Elmer den Job des Nachlassverwalters bei Alt-Nationalrat Dr. Stotz annimmt, findet er diese junge Frau auf unzähligen Porträts im Besitz seines neuen Arbeitsgebers.
Um Tom die Arbeit zu erleichtern, erzählt Dr. Stotz dem jungen Juristen seine Lebensgeschichte und auch die Geschichte von Melody. Stotz und Melody lernen sich in einem Café kennen, in dem die junge Frau arbeitet. Sie lernen sich kennen und lieben und schon bald ist von Hochzeit die Rede. Für Melody ist der aufstrebende Politiker eine gute Partie, für ihre Familie jedoch kein angemessener Lebenspartner für eine junge Muslima. Und so ist Melody gezwungen, eine Wahl zu treffen. Familie oder Hochzeit – Beides zusammen geht nicht.
Die junge Kellnerin erbittet sich also Bedenkzeit und macht Stotz schließlich zum glücklichsten Menschen der Welt, als sie mit ihrer Familie bricht und in die Hochzeit einwilligt. Stotz führt seine junge Verlobte nun in die Züricher Gesellschaft ein und bereitet gleichzeitig ein großes Fest vor, bei dem es an Nichts fehlen darf.
Kurz vor dem großen Hochzeitstag verschwindet Melody spurlos von einem Tag auf den anderen und ohne ein Wort an ihren Zukünftigen. Alle Versuche, Melody zu finden, schlagen über die Jahre fehl und doch konnte und kann Dr. Stotz sie nicht vergessen. Sie ist seine große Liebe und wurde über die vielen Jahre mehr und mehr zur Besessenheit.
Suter erzählt die Geschichte einer Liebe, die kein Happy-End gefunden hat. Und er erzählt, was von einer Liebe bleibt, der ein glückliches Ende nicht vergönnt ist. Er verpackt dies in eine spannende Erzählung, in die er geschickt auch immer wieder leise Zweifel einstreut, ob diese Liebe wirklich so groß war. Dabei stellt er vor allem die Frage, ob sie eine gegenseitige Liebe gewesen ist. Es bleibt gleichzeitig die Frage, welche Opfer Menschen bereit sind zu geben, um die Liebe zu erhalten und den geliebten Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Denn am Ende wird vor allem eine Sache klar: Manchmal können sich zwei Menschen noch so sehr lieben – die Umstände machen es unmöglich, diese Liebe auszuleben.
Ein großes Buch über die Liebe, aber auch über die Menschen, die ihr immer wieder verfallen und trotzdem die Hoffnung nie aufgeben, dass am Ende alles gut wird. Ein positives Buch also, das vor allem durch seine Traurigkeit besticht. Unbedingt lesen!







