{"id":1105,"date":"2024-10-20T00:00:00","date_gmt":"2024-10-19T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/?page_id=1105"},"modified":"2026-02-16T23:05:51","modified_gmt":"2026-02-16T22:05:51","slug":"buchtipps","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/?page_id=1105","title":{"rendered":"Buchtipps"},"content":{"rendered":"\n<p>Unregelm\u00e4\u00dfig und ganz bestimmt nicht immer das Neueste vom Neuen. Daf\u00fcr aber garantiert gute B\u00fccher. Absolute Lese- und Buchtipps also. Und diese Seite ist das Archiv. Alle Buchtipps, die ich bisher so vom Stapel gelassen habe.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>Zoran Drvenkar &#8211; Asa<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Asa-Drvenkar.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/>Irgendwie ist es ein komisches, seltsames Buch. Sein Verlag k\u00fcndigt den neuen Thriller des in Berlin lebenden Zoran Drvenkar als Pageturner an &#8211; und in der Tat ist er das zumindest zu Beginn. Dies liegt jedoch vor allem daran, dass man als Leser zun\u00e4chst keinerlei Ahnung hat, worum es eigentlich geht. Weder \u00fcber die Figuren, noch \u00fcber den Grund ihres z.T. brutalen Handelns erf\u00e4hrt man N\u00e4heres.\nDas ist nat\u00fcrlich Absicht und im Grunde so etwas wie das Fundament eines Thrillers. Leider f\u00e4llt der Drang des Seitenumbl\u00e4tterns mit jedem Detail, den man \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der Brutalit\u00e4ten erf\u00e4hrt. Denn diese Details sind mitunter so an den Haaren herbeigezogen, dass es fast wehtut. Und Logikl\u00f6cher scheinen auch nur da zu sein, um sie mit der n\u00e4chsten Wendung locker zu \u00fcberspringen.\nAm Ende fragt man sich dann: Worum geht es nun eigentlich wirklich? Um deutsche H\u00e4rte? Um Traditionst\u00fcmelei? Oder einfach nur um Rache? So richtig kann man die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Handelns der Hauptfigur, die dem Roman ihren Titel gibt, nicht nachvollziehen. Und so fragt man sich ab einem gewissen Punkt dann wirklich, ob man dieser Asa noch folgen m\u00f6chte. Sp\u00e4testens an dieser Stelle ist aus dem Pageturner dann ein Heavypager geworden.<p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>D\u00f6rte Hansen &#8211; Zur See<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Hansen-See.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/>Wer fr\u00fcher zur See gefahren ist, musste ein echter, harter Kerl sein. Und auch die Leute, die auf einer Insel irgendwo im Meer lebten, mussten hart im Nehmen sein. Heute ist das nicht mehr so. Zwar fahren noch immer haupts\u00e4chlich Menschen zur See, die hart im Nehmen sind, doch das Leben auf den Inseln hat sich in den letzten beiden Generationen grundlegend ge\u00e4ndert. Lebte man fr\u00fcher vom Fischfang, sind es heute vor allem die Touristen, die das Geld bringen. Menschen auf der Suche nach dem rauen Leben und doch auch Grund f\u00fcr dessen Aussterben.\nWie sich das Inselleben ver\u00e4ndert, beschreibt D\u00f6rte Hansen in ihrem gro\u00dfartigen Buch \u00bbZur See\u00ab. Sie macht dies ohne gro\u00dfe Geschichte, sondern verfolgt die Familie Sander und den Insel-Pfarrer Lehmann bei ihren allt\u00e4glichen Routinen. Das Leben auf den Inseln ist schon Ver\u00e4nderung genug &#8211; erst Recht, wenn ein toter Wal und ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag dazwischenfunken.<p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>Tana French &#8211; Feuerjagd<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Tana-French-Feuerjagd.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/>Die Irin Tana French ist mit Sicherheit eine der besten Erz\u00e4hlerinnen unserer Zeit. Spannend sind ihre Geschichten. Weil sie sich nicht an Erfolgsrezepten orientiert und ihre Thriller eben nicht immer damit enden, dass das B\u00f6se noch so b\u00f6se sein kann, um auf den letzten Seiten dann doch wieder vom Guten besiegt zu werden. Tana French stellt sich die Frage nach dem B\u00f6sen und dem Guten gar nicht erst. Sie schreibt \u00fcber Menschen &#8211; und somit \u00fcber das Gute und das B\u00f6se, das uns allen innewohnt.\nIn \u00bbFeuerjagd\u00ab f\u00fchrt sie uns noch einmal in das kleine irische Dorf Ardnakelty, das schon im letzten Roman \u00bbDer Sucher\u00ab viel mehr als nur Kulisse war. Wieder sind der Aussteiger-Cop Cal und die mittlerweile 15-j\u00e4hrige Trey die beiden Personen, um die sich so Vieles dreht, obwohl sie eigentlich nur am Rand der Geschichte stehen.\nDas Unheil beginnt, als Treys Vater Johnny nach vielen Jahren pl\u00f6tzlich wieder da ist. Allein durch seine Anwesenheit w\u00e4re er schon eine Bedrohung f\u00fcr die zarte Pflanze einer Vater-Tochter \u00e4hnlichen Freundschaft, wie sie Cal und Trey aufgebaut haben. Doch Johnny hat noch jemanden mitgebracht und gemeinsam mit seinem Bekannten bringt er mit einem Plan und windigen Versprechen das gesamte Dorf durcheinander&#8230;  \nTana French hat mal wieder einen Krimi geschrieben, ohne einen Krimi zu schreiben. Die irische Erfolgsautorin interessiert sich nicht f\u00fcr pl\u00f6tzliche Wendungen, f\u00fcr k\u00fcnstlich hervorgerufene Twists oder k\u00fcnstlich aufgebaute Spannung. Tara French interessiert sich f\u00fcr die Personen, die Menschen in ihrem Buch. Sie l\u00e4sst den Leder ins Innere blicken und braucht somit keine gro\u00dfen Erkl\u00e4rungen. Die Geschichte l\u00e4uft, weil sie eine Geschichte der Menschen ist, die an ihr beteiligt sind. Und so kl\u00e4rt sich auch das Schicksal des Bruders &#8211; ohne, dass French auf die \u00fcblichen Klischees zur\u00fcckgreifen muss, bei denen das Gute am Ende immer gewinnt.<p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>Tana French &#8211; Der Sucher<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/der-sucher-taschenbuch-tana-french.webp\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/>Da ist der Polizist aus Chicago, Drogenfahnder, der in seinem Leben alles Elend der Welt gesehen hat. Und der seine Zelte in Amerika abbricht. Die erwachsene Tochter, die Ex-Frau hinter sich l\u00e4sst, um in Irland ganz weit drau\u00dfen auf dem Land ein verlassenes und heruntergekommenes Cottage zu kaufen. Fernab will er wieder zu sich kommen, der Aussteiger, wie er im Buche steht.\nDoch w\u00e4hrend die Dorfgemeinschaft noch vorsichtig ihre Kreise um den neuen Bewohner macht, sucht ein 15-j\u00e4hriges Kind den Kontakt. Der Polizist kann bestimmt helfen, denn das Kind vermisst seinen gro\u00dfen Bruder. Der hat sich eigentlich nimmer um alles gek\u00fcmmert. Vor allem um die j\u00fcngeren Geschwister &#8211; seit der Vater einfach abgehauen ist und die Mutter hoffnungslos \u00fcberfordert. Doch von einem auf den anderen Tag war der Bruder pl\u00f6tzlich weg und wenn ihn jemand finden kann, dann doch wohl ein ehemaliger Polizist&#8230;\nTana French hat mal wieder einen Krimi geschrieben, ohne einen Krimi zu schreiben. Die irische Erfolgsautorin interessiert sich nicht f\u00fcr pl\u00f6tzliche Wendungen, f\u00fcr k\u00fcnstlich hervorgerufene Twists oder k\u00fcnstlich aufgebaute Spannung. Tara French interessiert sich f\u00fcr die Personen, die Menschen in ihrem Buch. Sie l\u00e4sst den Leder ins Innere blicken und braucht somit keine gro\u00dfen Erkl\u00e4rungen. Die Geschichte l\u00e4uft, weil sie eine Geschichte der Menschen ist, die an ihr beteiligt sind. Und so kl\u00e4rt sich auch das Schicksal des Bruders &#8211; ohne, dass French auf die \u00fcblichen Klischees zur\u00fcckgreifen muss, bei denen das Gute am Ende immer gewinnt.<p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>Fatma Aydemir &#8211; Ellbogen<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/ellbogen-taschenbuch-fatma-aydemir-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" \/>Die Coming-of-Age-Geschichte einer jungen T\u00fcrkin, die eigentlich Berlinerin ist, stammt zwar schon aus dem Jahr 2018, hat an Aktualit\u00e4t jedoch noch nichts verloren. Gerade wurde das Buch verfilmt und der Film hatte Anfang September 24 seinen Kinostart in Deutschland, nachdem er im Fr\u00fchjahr auf der Berlinale lief.\nErz\u00e4hlt wird die Geschichte von Hazal, die gerade vollj\u00e4hrig wird und nicht so recht wei\u00df, wohin sie geh\u00f6rt. In Berlin geboren und aufgewachsen, ist sie in der Hauptstadt doch die T\u00fcrkin und steht bei Vielem allein deshalb au\u00dfen vor. Als ihr an ihrem Geburtstag die Sicherungen durchbrennen und sie nach Istanbul flieht, muss sie feststellen, dass sie dort \u00fcberall die Deutsche ist.<p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<strong>Theodor Storm &#8211; Der Schimmelreiter<\/strong><br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-315 alignright\" src=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Schimmelreiter-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Schimmelreiter-189x300.jpg 189w, https:\/\/melodieundwahnsinn.de\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Schimmelreiter.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/>Wenn man gerade an der Nordseek\u00fcste unterwegs ist, kommt einem unweigerlich diese Novelle von Theodor Storm in den Sinn. K\u00f6nnte man also auch mal wieder lesen. Zumal sie &#8211; wie in diesem Falle &#8211; als Ausgabe vom Hamburger Lesehefte Verlag nur 2,30 Euro kostet. Also: Mut zu alten Texten, die in ihrer Faszination nichts verloren haben und im Gegenteil noch viel gro\u00dfartiger wirken, wenn man denn selbst mal im Sturm am Strand der Nordsee entlang l\u00e4uft.\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unregelm\u00e4\u00dfig und ganz bestimmt nicht immer das Neueste vom Neuen. Daf\u00fcr aber garantiert gute B\u00fccher. Absolute Lese- und Buchtipps also. Und diese Seite ist das Archiv. Alle Buchtipps, die ich bisher so vom Stapel gelassen habe. Zoran Drvenkar &#8211; Asa Irgendwie ist es ein komisches, seltsames Buch. 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